Bei der Fluoreszenzangiographie wird ein spezieller Farbstoff über eine Vene gespritzt, der sich innerhalb weniger Sekunden über den Blutkreislauf in den Gefässen der Netzhaut verteilt. Mit einer Spezialkamera werden anschliessend mehrere Aufnahmen des Augenhintergrundes gemacht. So lassen sich Durchblutungsstörungen, undichte Gefässe, Entzündungen oder krankhafte Gefässveränderungen sichtbar machen, die an der gewöhnlichen Spaltlampenuntersuchung nicht erkennbar wären.
Die Untersuchung dient der genauen Beurteilung der Netzhautgefässe und der Durchblutung des Augenhintergrundes. Sie kommt unter anderem bei folgenden Fragestellungen zum Einsatz:
Die gewonnenen Bilder helfen, die weitere Behandlung gezielt zu planen und deren Verlauf zu kontrollieren.
Vor der Untersuchung werden die Pupillen mit Augentropfen erweitert. Anschliessend wird der Farbstoff über eine Vene am Arm oder an der Hand gespritzt. Er verteilt sich innerhalb weniger Sekunden über den Blutkreislauf in den Gefässen des Augenhintergrundes. Mit einer Spezialkamera werden daraufhin mehrere Aufnahmen der Netzhaut gemacht, dabei werden kurze Blitzlichter wahrgenommen.
Die Untersuchung erfolgt ambulant und dauert in der Regel etwa 10 bis 30 Minuten. Während der Injektion kann kurzzeitig ein Wärmegefühl oder ein metallischer Geschmack auftreten.
Wird auf die Fluoreszenzangiographie verzichtet, können wichtige Informationen über die Netzhautgefässe fehlen. Dadurch kann die Erkrankung schlechter eingeschätzt oder behandelt werden.
Trotz grösster Sorgfalt kann es in seltenen Fällen zu Nebenwirkungen kommen:
Durch die pupillenerweiternden Augentropfen kann das Sehvermögen während mehrerer Stunden beeinträchtigt sein. Deshalb sollte am Untersuchungstag kein Fahrzeug geführt und keine Maschine bedient werden.
Nach der Untersuchung können Haut und Urin für einige Stunden bis selten ein bis zwei Tage leicht gelblich verfärbt sein. Dies ist harmlos und Folge des ausgeschiedenen Farbstoffes.
Ja, die Fluoreszenzangiographie ist im TARDOC-Katalog abgebildet und wird folglich von den Schweizer Krankenkassen übernommen.
Die Injektion des Farbstoffes ist mit einem kurzen Einstich verbunden, wie er auch von einer Blutentnahme bekannt ist. Während der Verteilung des Farbstoffes kann kurzzeitig ein Wärmegefühl auftreten, die eigentliche Untersuchung ist schmerzfrei.
Nein, wegen der pupillenerweiternden Augentropfen ist das Sehvermögen für mehrere Stunden beeinträchtigt. Bitte organisieren Sie sich eine Fahrgelegenheit oder lassen Sie sich abholen.
Der Farbstoff wird in der Regel gut vertragen. Allergische Reaktionen sind selten, schwere Reaktionen mit Kreislauf- oder Atembeschwerden sind äusserst selten. Bitte informieren Sie uns vor der Untersuchung über bekannte Allergien.
Der injizierte Farbstoff wird über die Nieren ausgeschieden, wodurch Urin und gelegentlich auch die Haut vorübergehend leicht gelblich verfärbt sein können. Dies ist eine harmlose und normale Folge der Untersuchung.
1. L.A. Yannuzzi et al. Ophthalmology. 1986: "Fluorescein Angiography Complication Survey"
2. K.A. Kwiterovich et al. Ophthalmology. 1991: "Frequency of Adverse Systemic Reactions after Fluorescein Angiography: Results of a Prospective Study"
3. EyeWiki: "Fluorescein Angiography"