Allgemeine Informationen
Die Weiterbildung zum Facharzt für Ophthalmologie umfasst eine Dauer von insgesamt fünf Jahren, vier fachspezifische klinische Weiterbildungsjahre in der Ophthalmologie und ein fachfremdes klinisches oder wissenschaftliches Jahr.
Als Weiterbildungsnachweis dient das E-Logbuch, jährlich sollen vier Assessments zusammen mit dem Weiterbildner durchgeführt, schriftlich dokumentiert und hochgeladen werden. Die Verantwortung liegt beim jeweiligen Assistenzarzt.
Guidelines zum Facharzt für Ophthalmologie
Hauptziele der Weiterbildung FMH Ophthalmologie
- Die Lernziele werden von der SIWF vorgegeben und sind im aktuellen Weiterbildungsordnung abgefasst und online zugänglich
- Erlangen der Facharztanerkennung für Augenheilkunde
- Entwicklung fachlicher, praktischer und kommunikativer Kompetenzen
- Fähigkeit zur eigenständigen Diagnostik und Therapie ophthalmologischer Erkrankungen
- Befähigung zur Durchführung ambulanter augenärztlicher Versorgung
Voraussetzungenfür die Weiterbildung für Ophthalmologie beim ONO
Theoretische Kenntnisse
- Kenntnisse und Anwendung der Praxissoftware Hexabit Luna®
- Der Assistenzarzt (AA) kann sich in derSoftware zurechtfinden (Agenda, Krankengeschichte, Untersuchung, Dokumente, Abrufen von Spezialuntersuchungen, Abrechnung etc.)
- Der AA kann die Krankengeschichte korrekt führen (Anamnese-Felder, Subjektiv, Objektiv, Beurteilung, Procedere, Medikamente)
- Der AA kennt und wendet den aktuellenTextbausteinen korrekt an (s. Tabelle mit Kürzel für TextbausteineONO-Standard)
- Der AA Kann Rezepte, Brillenverordnungen, Berichtean Zuweiser/Hausärzte mittels Praxissoftware generieren
- Der zuständige Facharzt korrigiert und unterschreibt den Bericht
- Der AA kann Kostengutsprachegesuche (KoGu) und Einverständniserklärungen generieren und Ausdrucken
- Der zuständige Facharzt nimmt Anpassungen vor und unterschreibt den Text
- Lektüre Ophthalmologie
- Kanski’s Clinical Ophthalmology (Grundwissen in der Ophthalmologie)
- Friedmann’s Review of Ophthalmology (Zusammenfassung auf Englisch als Vorbereitung für die FEBO-Prüfung)
- Will’s Eye Manual (Nachschlagewerk für die Notfallsprechstunde
- Fakultative Literatur zur Vertiefung
- American Academy of Ophthalmology: Basic and Clinical Science Course
- Praktische Fertigkeiten
- Untersuchungstechnik mittels Spaltlampe
- Brillenanpassung (Refraktionieren)
- Intern: Refraktionskurs mit Optiker
- Extern: Refraktionskurs
Anforderung an die klinische Arbeit als Assistenzarzt und Lernziele nach Ausbildungsjahr und Quartal
1. Weiterbildungsjahr
Der Assistenzarzt ist im ersten Ausbildungsjahr jeweils einem Facharzt zugeteilt und arbeitet mit diesem mit. Der verantwortliche Facharzt entscheidet wann der Assistenzarzt beginnt Patienten selbständig zu untersuchen und welche Arbeiten dieser für den Facharzt übernehmen darf.
Hauptlernziele
- Visusprüfung und Refraktion
- Untersuchung an der Spaltlampe (vorderer und hinterer Augenabschnitt)
- Augendruckmessung
- Untersuchung von Gesichtsfeld, Bulbusmotilität und Pupillenmotorik
- Untersuchung der Lidstellung und Lidfunktion
1. Quartal
Der Assistenzarzt hospitiert beim Facharzt und eignet sich dabei erste klinische Fachkenntnisse an
Lernziele
- Anamnese
- Gezielte Anamnese
- Zusammenstellen des Patientendossiers ggf. mittels alten Berichten von externen Augenärzten/Hausarzt/Spital
- Sich ein Bild machen über Augenkrankheiten,Therapien und Eingriffe
- Aufstellen oder anpassen der Diagnoseliste inklusive Operationen
Untersuchungen
- Führt ophthalmologische Untersuchungen an ihm zugeteilten Patienten durch soweit dies sein aktuelles Fachwissen ermöglicht
- Visusprüfung mit eigener Brille, „pin hole“, Refraktionieren
- Untersuchungstechnik mittels Spaltlampe
- Vorderes Augensegement
- Hinteres Augensegement (Dilatieren der Pupille nach Rücksprache mit dem zuständigen Oberarzt, Patient darf danach für vier Stunden keine Fahrzeuge im öffentlichen Verkehr führen)
- Applanationstonometrie nach Goldmann (Falls keine Pathologien an der Hornhautoberfläche bestehen)
- Ggf. Funduskopie mit dem Goldmann-Dreispiegelkontaktglas bei Verdacht auf ein frische oder bei bekanntenPathologien an der peripheren Netzhautpathologien (Falls keine Pathologien ander Hornhautoberfläche bestehen)
- Spezialuntersuchungen (OCT, Topographieetc.) anordnen in Rücksprache mit dem Facharzt
Patientenvorstellung
- Zusammenfassung von bekannten Befunden und Pathologien am Auge oder systemisch
- Der Patient wird dem Facharzt kurz und prägnant vorgestellt nach ONO-Guideline
- Der Assistenzarzt nimmt seine Fachliteratur und Nachschlagewerke mit zur Arbeit, um ggf. Nachzuschlagen oder um sich in der Zeit zwischen den Konsultationen selbstständig weiterzubilden
- Der zuständige Weiterbildner unterstützt den Assistenzarzt bei der Wahl der Literatur und stellt ggf. eBooks zur Verfügung
Untersuchung und Besprechung mit dem Facharzt
- Jeder Patient muss immer auch durch einen Facharzt untersucht werden, bevor dieser die Klinik verlässt
- Jede Diagnose, Therapie und jedes Procedere wird zusammen mit einem Facharzt besprochen und dem Patienten erklärt
2. Quartal
Kenntnisse, die im ersten Quartal erlernt wurden, werden selbständig angewendet
Der Assistenzarzt führt Untersuchungen an regulären Patienten durch
- Ziel: Ein Notfallpatient pro Stunde, ggf. Zusätzlich ein Notfallpatient pro Stunde
- Der Patient wird dem Facharzt kurz und prägnant vorgestellt
- Jeder Patient muss auch durch einen Facharzt untersucht werden
3. Quartal
Kenntnisse, die in den ersten zwei Quartalen erlernt wurden werden angewendet, vertieft und ausgebaut
- Der Assistenzarzt führt die Voruntersuchungen selbständig durch
- Der Assistenzart kann Spezialuntersuchungen selbständig durchführen (wichtig für den Notfalldienst ausserhalb der Kliniköffnungszeiten)
- Ziell: Ein Patient pro Stunde und vier Notfälle pro Tag
4. Quartal
Selbständigkeit verbessern, Zeiteffizienz optimieren, Notfallpatieten selbständig Untersuchen
- Problemorientierte und effiziente Untersuchung
- selbständige Anordnung von Spezialuntersuchungen
- Formulieren der korrekten Diagnose/Diagnosen
- Kurze und problemorientierte Patientenvorstellung
- Therapievorschlag
- Vorschlag eines Procederes
- Bereitstellen von Rezepten/Brillenverordnung
- Definieren von Therapien
- Ziel: Zwei Patienten pro Stunde und vier Notfälle pro Tag
2. Weiterbildungsjahr
Der AA betreut seine Patienten in seiner eigenen Sprechstunde unter Supervision. Dies ermöglicht eine Verlaufsbeobachtung und der AA kann ein Gefühl für die notwendigen Kontrollintervalle entwickeln.
Hauptlernziele
- Stellen einer Arbeitsdiagnose inklusive Differenzialdiagnosen
- Verordnen nötiger Spezialuntersuchungen
Voraussetzung für den Antritt des zweiten Weiterbildungsjahres
- Der Assistenzarzt kann unterscheiden zwischen akutem Notfall und regulärem Sprechstundepatient (erkennt ein AkutesGlaukom und stellt dieses mit Priorität dem Facharzt vor)
- Der Assistenzarzt kann selbständig den vorderen und hinteren Augenabschnitt mittels Spaltlampe untersuchen und Pathologien erkennen
- Der Assistenzarzt kann selbständig die Netzhautperipherie mittels direkter und indirekter Funduskopie sowie Goldmann-Dreispiegelkontaktglas untersuchen
- Der Assistenzarzt kann selbständig Spezialuntersuchungen indizieren und durchführen (OCT, Topographie, Gesichtsfeld, Endothelzellmessung)
- Der Assistenz kann die Krankengeschichte korrekt führen (nach ONO-Standard mittels ONO-Textbausteinen)
- Der Assistenzarzt kann eine Verdachtsdiagnose stellen
- Der Assistenzarzt kennt die möglichen Differentialdiagnosen und führ diese nach Wahrscheinlichkeit auf
- Der Assistenzarzt kann den Patienten problembezogen, effizient und korrekt dem Facharzt vorstellen
- Der Assistenzarzt kann die Untersuchung korrekt abrechnen (nach ONO-Standard mittels ONO-Abrechnungsblöcken)
Angeeignetes Wissen vertiefen und weiter ausbauen mittels Literatur und klinischer Arbeit.
Der Assistenzarzt hat seine eigene Sprechstunde mit eigenen Patienten und zusätzlich Notfallpatienten unter Supervision vor Ort
Der Assistenzarzt entscheidet selbständig, wann er Patienten dem Facharzt vorstellen will, er hat jederzeit die Gelegenheit dazu
Lernziele
- Problemorientierte ophthalmologische Untersuchung
- Korrekte Diagnosestellung in Rücksprachemit einem Facharzt
- Verständliche und effiziente Aufklärung des Patienten
- Definieren und erklären der Therapie undProcedere
3. Weiterbildungsjahr
Voraussetzung sind das Erreichen der Lernzeile von ersten und zweiten Weiterbildungsjahr. Lücken (z.B. Refraktionskurs) sollten zeitnah und ggf. in Rücksprache mit den Weiterbildnern geschlossen werden, um die klinische Arbeit «State oft the Art» zu ermöglichen.
Voraussetzung für den Antritt des dritten Weiterbildungsjahres
- Der Assistenzarzt erkennt sogenannte «red flags» und kann Notfallpatienten korrekt triagieren (Glaukomanfall, Verdachtauf Stroke, Gefässverschlüsse etc.)
- Der Assistenzarzt kann selbständig den vorderen und hinteren Augenabschnitt mittels Spaltlampe effizient untersuchen und korrekt dokumentieren
- Der Assistenzarzt kann selbständig die Netzhautperipherie mittels Goldmann Dreispiegelkontaktglas untersuchen, Pathologien erkennen und beschreiben
- Der Assistenzarzt kann selbständigSpezialuntersuchungen indizieren und durchführen (OCT, Topographie,Gesichtsfeld, Endothelzellmessung)
- Der Assistenz kann die Krankengeschichte korrekt führen (nach ONO-Standard mittels ONO-Textbausteinen)
- Der Assistenzarzt kann eine Arbeitsdiagnose inklusive passender Differentialdiagnosen stellen
- Der Assistenzarzt kann einfache Krankenbilder selbständig diagnostizieren, behandeln und ein Procedere festlegen
- Der Assistenzarzt kann selbständig abschätzen, ob er einen Patienten dem Facharzt vorstellen muss oder nicht
- Der Assistenzarzt kann den Patienten problembezogen, effizient und korrekt dem Facharzt vorstellen
- Anamnese zusammenfassen
- Befunde beschreiben
- Diagnose, Differenzialdiagnosen stellen
- Therapie evaluieren
- Procedere festlegen
- Der Assistenzarzt kann die Untersuchung korrekt abrechnen (nach ONO-Standard mittels ONO-Abrechnungsblöcken)
Der Assistenzarzt darf selbständig an einer Aussenstelle im Rahmen einer Praxisvertretung Patienten betreuen, wobei jederzeit ein Facharzt auf Abruf zur Verfügung stehen muss.
Für jeden Arbeitstag wird ein Facharzt für nötige Rücksprachen definiert und muss jederzeit telefonisch verfügbar sein und im Notfall vor Ort kommen.
Lernziele
- Netzhautbehandlungen mittels Argonlaser
- Panretinale Argonlaserkoagulation (z.B.diabetische Retinopathie)
- Fokale Argonlaserkoagulation (z.B. Foramen)
- Indikationsstellung
- Laserbehandlungen (Argon/YAG)
- Kataraktoperation
- Fluoreszenzangiographie
- IVT (anti-VEGF)
- Therapieintervalle nach ONO-Standard festlegen
4. Weiterbildungsjahr
Der Assistenzarzt arbeitet weitgehend selbständig in der Hauptklinik und in den Aussenstellen und stellt Patienten nur noch bei unklaren Befunden oder für Operationsindikationen vor.
Jede Operationsindikation muss durch einen Facharzt gestellt werden in Rücksprache mit dem betreffenden Operateur
Spezialsprechstunden
- Lid und Tränenwege
- Vorderabschnitt
- Hinterabschnitt
- Medical Retina
- Neuroophthalmologie
- Kinderophthalmologie/Strabologie
Der Assistenzarzt arbeitet bei Spezialsprechstunden mit und eignet sich die nötigen Fachkenntnisse selbständig an. Der Weiterbildner steht für Fragen theoretischer oder praktischer Natur zur Verfügung.
Lernziele
- Behandlungen mit dem YAG-Laser
- YAG-Kapsulotomie
- YAG-Iridotomie (LIT)
- Selektive Lasertrabekuloplastik (SLT
- Indikationstellung für
- Glaukomoperation
- Needling/Suturolyse/Goniopuncture
- Revision nach Kataraktoperation
- Vordere Vitrektomie
- Artisan-Implantation
- Vitreoretinale Operationen (z.B. Makulapeeling)
- Hornhauttransplantation
- Lamellierend DSAEK/DMEK/DALK/PKP
- Blepharoplastik superior/inferior
- Mit Entfernung von postseptalem Fettgewebe
- Mit direktem/indirektem Brauenlift
- Ptosisoperation
- Entropiumoperation
- Ektropiumoperation
- Tränenwegsoperation
Notfallmässige Überweisung an Tertiärklinik
Der Patient muss einen visierten Überweisungsberichterhalten und telefonisch am diensthabenden Augenarzt angemeldet werden
- Endophthalmitis
- Notfallmässige PPV (Pars Plana Vitrektomie)
- Ulcus corneae mit drohender Perforation
- Perforierende Bulbusverletzung